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Mittwoch, 7. Dezember 2011

Rote Babyschühchen

Und wieder ist eine Kleinigkeit zum Verschenken fertig geworden:

Ich hoffe, dass mein Wichtelkind sich über das Geschenk freut.
Und hier als Paar zu sehen:
Rote Babyschühchen
Die Anleitung stammt von Anita Avesani Haegel. Ausnahmsweise habe ich gehäkelt und nicht gestrickt...
Die Wolle ist Lana Grossa Cool Wool Merino superfein.

Freitag, 2. Dezember 2011

Die strickende 5-Prozent-Frau

Gestern kam man mein Mann nach Hause und hat von der 5-Prozent-Frau erzählt, die beim aktuell bei ihm der Arbeit ist. Eine Studentin, die klein und sehr zierlich ist und damit in die Kategorie "5-Prozent-Frau" fällt. Nur 5% der Frauen sind so leicht und klein wie diese Frau. Diese Frauen sind u.a. Maßstabe für die Einstellung von Sitzen. Die Studentin "5%-Frau" wurde immer nur gelegentlich gebraucht und musste sich zur Verfügung halten, um sich immer wieder auf einen bestimmten Sitz zu setzen.

Heute - und das wollte ich Euch eigentlich erzählen - brachte sie dann ihr Strickzeug mit. Gut so! Wer rumsitzt, kann schließlich auch stricken. Stricken ist ja auch eine wunderbare Ablenkung bei Langeweile.

Und was lernen wir daraus? Wer viel strickt, schrumpft und nimmt ab. ;-)

Die 5-Prozent-Frau gibt es tatsächlich. Hier findet Ihr einen Artikel darüber aus der Zeit-Online.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Adventskalenderfieber

Am 1. Advent habe ich bereits beim Dornröschenadventskalender zugeschlagen und einen Strang blauer 6-fädiger Sockenwolle erstanden. Nun lacht mich mit jedem Türchen oft gerade wieder 6-fädige Sockenwolle an. Bisher konnte ich widerstehen. Gestern musste ich nun wissen, wie sich die 6-fädige Sockenwolle verarbeitet und musste sie einfach anschlagen. Die Färbung "Dame am Klavier" habe ich ja bereits im Stash (nicht aus dem Adventskalender). Das heißt ich schaffe zwar jetzt meinen Stash abzubauen, aber gleichzeitig wird mein Stash wohl auch größer werden...

Die Musterwahl ist dabei auf Kalajoki von Tiina Seppälä gefallen.
Kalajoki aus Dornröschen-Wolle: "Dame am Klavier"
Gestern Abend noch gewickelt und angeschlagen und schwupps ist der erste Mustersatz fertig. Von Reihe zu Reihe gefällt mir die Wolle besser. Das Muster ist sowieso unschlagbar schön. Yeah! Das ist ein Muster nach meinem Geschmack: raffiniert und doch ganz einfach. Das huscht nur so über die Nadeln - gerade in der Kombination mit der 6-fachen Wolle. Ja, Ihr seht richtig. Diesmal stricke ich nicht zwei Socken gleichzeitig. Bei der Kalajoki unterscheidet sich die linke von der rechten Socke, so dass ich mir das gleichzeitige Stricken mit ständiger höchster Konzentration erspare.

Die spannende Frage ist nun: werde ich die zweite Socke zeitnah zur ersten Socke fertigstellen? Erstmal muss natürlich die erste Socke fertigwerden. ;-)

Dienstag, 29. November 2011

Novemberlicher Geheimcode

Eigentlich... eigentlich wollte ich ja meine UFO's weitermachen und nichts neues beginnen. Aber... ja, dann... also, wie soll ich das erklären?

Christine von Dornröschen-Wolle färbt ja per Hand. Ich hatte Anfang November drei Stränge Sockenwolle bei ihr bestellt. Darunter auch die Färbung Novemberstimmung. Zunächst hat mich die Farbe etwas enttäuscht und ich habe mich gefragt, warum ich sie überhaupt bestellt habe. Das war wohl ein akuter Anfall von "haben-müssen". Der Grünstich sagte mir so gar nicht mehr zu.
Novemberstimmung
Die Wolle besteht aus 75% Schurwolle (super wash), 25% Polyamid, Lauflänge: 420m/100g, Farbe: "Novemberstimmung"

Nun hat Christine sich überlegt, dass sie wieder einen Adventskalender macht, bei dem jeden Tag ab 21 Uhr für 24 Stunden eine bestimmte Färbung zu kaufen ist. Entsprechend könnte ich also jeden Abend um 21 Uhr vor dem Rechner hängen und neue Wolle bestaunen. Vielleicht auch das eine oder andere Knäuel erstehen, die dann als Sammelbestellung pünktlich zu Weihnachten verschickt werden. Aber... (nun kommt schon wieder ein aber)... ich habe noch nie Dornröschen-Wolle verstrickt. Nachher enttäuscht mich die Wolle und was dann? Dann habe ich diverse Stränge von Dornröschen-Wolle Zuhause und werde sie nie-nie stricken? Das kann es also auch nicht sein.

Eine Lösung musste her. Sie kam in Form einer Sockenstrickanleitung aus "The Knitter, issue 36" namens Thistle. Thistle heißt eigentlich Distel, aber irgendwie hat dieses Muster etwas Geheimnisvolles, also habe ich das Projekt "Novemberlicher Geheimcode" genannt.
Anschlag der Thistle Socken mit Dornröschen-Wolle Novemberstimmung
Auf dem ersten Bild sieht man nicht viel - äh gar nichts - von dem Muster, aber was man schon sieht ist die Wolle. Jetzt gefällt mir die Wollfärbung ausgesprochen gut. Ich habe bei diesem 4-fädigen Garn mit einem Maschenanschlag von 64 Maschen begonnen. Dies entspricht in der Anleitung der Größe M. Diesmal verwende ich meine 2,5mm Metallrundstricknadeln. Ich will nicht schon wieder Holznadeln zerbrechen - außerdem stecken 2 Holzrundstricknadeln in 2,5mm gerade in dem 2. Ärmel der Lepidoptera - dort allerdings nur als Maschenraffer.

falscher TwL
Die Anleitung stammt aus The Knitter, issue 36 und ist damit naturgemäß auf englisch. Wenn mir letztes Jahr jemand gesagt hätte, dass ich freiwillig englische Strickanleitungen verwenden würde, dann hätte ich es ihm niemals abgenommen. Nun ist es schon das normalste auf der Welt für mich. Diese Anleitung hält diesmal aber etwas tückisches für mich parat: TwL. TwL? Genau: TwL. Die Anleitung kennt auch TwR, aber die Twls haben mir die Probleme bereitet. In der Anleitung werden TwL's wie folgt erklärt:

purl through 2nd stitch on LH needle, without dropping it off, knit through 1st on LH needle, and drop both 'old' stitches off.

Sehr schön. Das klingt ja ganz einfach. Ich stehe in die zweite Masche auf der linken Nadel, arbeite dort eine linke Masche, lasse die Masche nicht fallen, arbeite dann eine rechte Masche durch die erste Masche auf der linken Nadel und schiebe dann beide Maschen rüber. Das habe ich versucht. Ehrlich. Das ging sogar viel besser als die TwR-Methode. 

Achso: bei der TwL - leider steht hier keine ausgeschrieben Version von TwL - nennen wir es also einfach Twisted left oriented, bei den Twisted left oriented entwickelte sich bei mir so nie eine schöne V-Kette, die sich nach links oben hocharbeitete. Ständig hatte ich einen Faden quer davor. Es funktionierte nicht. Bei Twisted right oriented habe ich mir zwar ständig die Finger verknotet, aber das Ergebnis gefiel mir. Meine falschen TwL's seht Ihr im obigen Bild in der linken unteren Kante der Raute. Gar nicht schön.

Also gilt es hier den Geheimcode "englische Strickanleitung" zu knacken. Bei den fertigen Projekten der anderen Raveler sieht es richtig aus und nicht so falsch wie bei mir. Irgendwas machen sie also anders. Vielleicht liegt es auch an der anderen Strickmethode in englischsprachigen Ländern, dass es bei mir nicht strikt nach Anleitung klappt.

Auf halber Strecke der Raute habe ich mir dann eine Hilfsnadel gesucht und nun wie beim Zopfen richtig schön gearbeitet. Also für ein TwL: 1. Masche auf Zopfnadel, 2. Masche links gestrickt, 2. Masche von der Zopfnadel rechts gestrickt.  Das Ergebnis seht Ihr nun an der gegenüberliegenden Rauten kannte oben rechts. Oder beim nächsten Bild.

richtige TwL

So darf es nun bleiben. Da es ja nur Socken sind und das Garn ohnehin viel vom Muster schluckt, werde ich diese ersten falschen Reihen nun nicht korrigieren. Da ich mal wieder zwei Socken gleichzeitig stricke, habe ich die Fehler gleichmäßig bei beiden Socken gearbeitet.
Zwischenstand meiner Thistle-Socks "Novemberlicher Geheimcode"
Und die Wolle? Die Wolle lässt sich super verarbeitet. Damit ist der Adventskalender für mich qualifiziert. ;-)

Tweedsocken - Operation Bündchen

Ich habe Euch ja schon von den Tweedsocken erzählt, die ich meiner Tante gestrickt habe. Sie hat sich sehr darüber gefreut, aber das Bündchen ist ihr tatsächlich zu eng. Ich habe die Socken also wieder mitgenommen mit dem Versprechen sie zu überarbeiten. Sie hat mich mindestens dreimal gefragt, wie sie die Socken zurückbekommt. Die Freude darüber scheint also echt zu sein. ;-) Zudem hat sie mir gleich eine Anleitung aus der Landlust für Bettsocken gezeigt, die ihr auch super gefallen. Die Anleitung steht hier. Meine Cousine fand das seeeeehr geschickt.

Nun aber zur Operation Bündchen. Man nehme:
  • eine Schere
  • eine gehörige Portion Mut
  • ein Nadelspiel
  • eine Nadel
  • das zugehörige Garn
Und nun geht es los:
Dem Bündchen mit der Schere zu Leibe rücken
Maschen wieder aufsammeln
Schauplatz Bündchenoperation
inverser Umschlag
Endlich elastisch!
Diamond Gansey Socks mit elastischem Bündchen
Die Bündchen sind super geworden! Dank der Hinweise vom Stricktreff habe ich dafür die Abkettmethode Jeny's surprisingly stretchy bind off verwendet. Beim Lesen des Buches "stricken - Das Standardwerk" von Stephanie van der Linden bin ich im Kapitel "Sauberer Abschluss: Abketten" auf die für Toe-up-Socken empfohlene Methode "Elastisches Abketten mit Umschlag" gestossen. Die Methode entspricht dem Jeny's surprisingly stretchy bind off, allerdings wird hier nicht erwähnt, dass man statt eines inversen Umschlages einen normalen Umschlag vor den linken Maschen arbeiten kann. Funktionieren tut beides super. Ich verstehe nun gar nicht, warum ich es überhaupt mit dem italienischen Abketten versucht habe. Diese Methode ist viel schneller, effektiver und super elastisch.

Das Buch "Stricken - Das Standardwerk" kann ich übrigens nur empfehlen. Das ist ein Buch, das in jedem Bücherregal einer Strickerin stehen sollte.

So, nun werde ich die Socken wieder einwickeln, eine Karte hinzufügen und an meine Tante per Post schicken. So bekommt sie sie ganz bald. Und da ich ein wenig Angst habe, ob ich wirklich alle Maschen richtig aufgenommen habe - die Methode mit der Schere ist ziemlich brachial - lege ich ihr ein wenig Garn zum Stoppen einer möglichen Laufmasche bei. 

Übrigens: natürlich weiß ich, dass man auch normal ribbeln kann und keine Schere verwenden muss. Bei dem Sockengarn Lana Grossa Meilenweit Magico Tweed verhakt sich das Garn jedoch so sehr, dass das Lösen des italienischen Bündchen mich stundenlang beschäftigt hätte.