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Dienstag, 14. August 2012

Von Blumenkleidern, orange und Mäusezähnchen

Noch ein Projekt ist mir auf die Nadeln gehüpft: Lovely Rita. Die Anleitung ist von Martina Behm. Mir gefiel das kleine Mädchenkleid gleich auf Anhieb. Laut Anleitung soll das Kleid mit Wollmeise gestrickt werden und mit Wollmeise oder ähnlicher Maschenprobe haben es bisher alle Raveler gestrickt. Da ich ja nun doch nicht in Pfaffenhofen beim Wollmeise Summersale war und mir diese Shop Updates einfach zu nervig sind, habe ich Lana Grossa Cool Wool superfein (ja, ja, gähnt nur. Ich gebe zu, dass es eine meiner Lieblingsgarne ist) gekauft. Die Beratung in Kempten war sehr nett und wir haben gemeinsam unterschiedliche Knäuelfarben aneinander gehalten. 

Das Kleid beginnt unten am Saum in einer dunkleren Farbe, geht dann in ein Blümchenmuster über und endet schließlich am Oberteil in einer helleren Farbe. Rottöne mag ich sehr gerne und so war ich schon sehr auf einen Rotton für das Unterteil festgelegt. Rot und gelb sind für mich eine traumhaften Kombi, aber wir haben keine schöne Rot-Gelbkombination an Knäuel im Laden gefunden, wo das Rot und das Gelb gut miteinander harmonieren. Nach langem hin und her habe ich mich dann für eine rote Merino print und ein einfarbiges Orange entschieden.
Farbkombination für Lovely Rita
Während beim Stricktreff die Meinungen über die Farbkombination auseinander gehen (teilweise aufgrund von pauschalen Abneigungen gegen orange), bin ich voller Vorfreude auf den zweifarbigen Teil und seine Wirkung.

Die Eule hingegen muss sich etwas ausruhen. Zuviel Wachstum auf einmal ist für ein kleines Kuscheltier gar nicht gesund. Projektmanagerin plant auch ein Kuscheltier zu stricken und nun warte ich, bis ihr Tomten fertig ist und sie weiß, ob es nun ein Teddy, eine Eule oder ein ganz anderes Kuscheltier wird. Das Warten hat aber noch einen anderen Grund: beim Durchsehen meines Ravelry Stashs ist mir ein moosgrünes Knäuel Cool Wool begegnet. 

Das wäre sehr gut für das Nachthemd geeignet. Es gibt da nur ein Problem: Ich finde dieses Knäuel einfach nicht in den Wollschubladen. Dabei ist mir wieder aufgefallen, dass die Cool Wool für dieses Kleidchen (und das zugehörige Jäckchen) ganz schön viel Platz einnimmt. Zudem wären die Reste davon vielleicht auch für die Eule als Nachthemd/Mütze geeignet. Vielleicht gibt sie aber auch einfach den Blick auf dieses moosgrüne Knäuel frei.

Während Projektmanagerin also den Tomten fertigstellt, beginne ich in der Zwischenzeit schon mal mit dem Blümchenkleid. Wegen der abweichenden Maschenprobe stricke ich es nun mit Nadelstärke 3mm und 13 Mustersätzen in einer Größe zwischen S und M. Dieses Projekt ist auch viel besser für Stricktreffen geeignet als das ewige Gezähle bei der Eule (auch wenn diese sehr flott zu stricken sein scheint).

Den Anschlag habe ich auf Projektmanagerin’s Rat wie bei Toe-up-Socken als Judy’s Magic Cast on gemacht. So konnte ich die doppelte Maschenzahl aufnehmen und die Maschen der einen Nadel erst einmal ruhen lassen bevor ich sie nach dem Bündchen mit den Maschen der anderen Nadel zusammenstricke (umgeschlagenes Bündchen).

A propos Bündchen: ich will ja keine Namen nennen, aber ich wurde oooooberfiiieeees gemobbt. Als ich beim Stricktreff erwähnte, dass ich noch nie Mäusezähnchen gestrickt habe, kam lachend  - entsetzt spielend - von der Strickerin neben mir: „Waaaaaaaassssss????!!!!! Du hast noch NIIIIIIIEEEEEE Mäusezähnchen gestrickt?“ *Ironie on* Alle haben sie auf meine Kosten gelacht. Ich armer Tropf. Ich geh da nie wieder hin! So, das habt Ihr nun davon. Na ja, jedenfalls nicht vor nächsten Montag. Ach so, wir Mädels treffen uns vor nächsten Montag einmal außer der Reihe. Okay, ich korrigiere also: heute ich geh da niiiie wieder hin! *Ironie off*

Und das schöne ist: wenn ich die Mäusezähnchen nicht hinbekomme, weiß ich schon jetzt, wer sie mir erklären kann. *rüberwink*

Sonntag, 12. Februar 2012

Kleines Maschen-ABC

Ich habe mit A. telefoniert, damit wir Details für den Bolero besprechen können. Sie versucht nun die Wolle in der gleichen Partie bei sich im Wollladen zu besorgen. Falls sie keine bekommt, werde ich die Wolle wohl hier kaufen und dann mit 2 Fäden gleichzeitig aus 2 Partien stricken. Während des Telefonats kamen zwei Sachen heraus:
  1. A. kennt sich mit Stricken überhaupt nicht aus.
  2. Der Bolero darf ganz anders aussehen als in der Anleitung. Ausgangspunkt ist eigentlich nur die Wolle und der Kragen.
Damit nun der Bolero richtig schön wird und A. gut passen wird und gut zu ihr passt, wird es nun diverse Änderungen geben. Ich werde den Bolero zweifädig ohne Silkhair stricken. Ich werde nicht einen gleichbreiten Schal stricken und diesen an den Ärmeln zusammennähen. Stattdessen werde ich Ärmel modellieren, die mit einem schmalen Bündchen beginnen. So breite Ärmelenden überzeugen uns in diesem Fall nämlich gar nicht. A. schweben schön, elastische Bündchen vor. Da der Landlust-Bolero bereits komplett im 1-1-Rippchen gestrickt werden soll, kann ich schlecht die Bündchen bei gleicher Maschenzahl enger machen. Also müssen wir wohl vom 1-1-Rippchen abweichen. Als Ideen schweben mir Ärmel ähnlich wie bei meinem Pulli Cardato vor oder aber ein Zopfmuster, das auf der Rückseite der Ärmel und am Rücken verläuft. Komplett rechts gestrickt und mittig einen Zopf. Das klingt erstmal gut.
Nun ist es aber so, dass A. mit den Begriffen nichts anfangen kann. Die Ideen klangen für sie jedoch erstmal gut. Ich werde hier also erstmal ein paar Beispiele für unterschiedliche Maschen anhand meines Pullis Cardato zeigen:

linke Maschen
Linke Maschen ergeben diese Querstreifen und sind wellenartig. Bei einem klassischen Pullover sind die linken Maschen innen, also auf der linken Seite. So auch bei diesem Pullover.

rechte Maschen
 Rechte Maschen sind in der Regel auf der Außenseite eines Pullovers. Sie bilden V-Reihen. Das Auge wird mehr senkrecht als waagerecht gelenkt. Dreht man ein Strickstück um, sieht man, dass wenn auf der einen Seite nur rechte Maschen sind, auf der anderen Seite nur linke Maschen sind. Wie beim Pullover: auf rechts drehen  und auf links drehen.

1-1-Rippchen
Ein Rippenmuster entsteht durch die Kombination von linken und rechten Maschen. In diesem Fall folgt immer auf eine rechte Masche eine linke Masche. Die erhabenen Maschensäulen sind die rechten Maschen mit ihrer V-Struktur. Die weiter hinten liegenden Flächen sind die linken Maschen mit ihrer Wellenstruktur.
Bei dem Pulli Cardato ist das Rippenmuster mittig auf dem Unterarm des Ärmels  als Blickfänger platziert. Ich könnte mir vorstellen, den Bolero ebenso zu stricken: glatt rechts mit diesem Blickfänger.

1-1-Rippchen als Bündchen
Hier wurde das Rippenmuster mit doppelten Garn gearbeitet, um ein dichtes Bündchen zu erhalten. Das macht man oft so: entweder man nimmt das Garn doppelt oder man arbeitet das Bündchen mit einer Nadelstärke kleiner. Im Fall des Boleros soll ja der gesamte Bolero bereits mit dem doppelten Faden gearbeitet werden. Also werde ich hier wohl eine Nadelstärke kleiner nehmen. Elastisch ist ein Rippmuster immer. Sehr fest stricke ich ohnehin nicht.

Was für ein Zopfmuster ich arbeiten könnte, darüber bin ich mir noch nicht ganz im Klaren. Es gibt da auch diverse Möglichkeiten. Ich will dafür eine Maschenprobe anfertigen, um zu sehen, was am besten mit dem Garn wirkt und gleichzeitig Spaß macht zu stricken.

Ein paar Bilder von unserem heutigen Sonntagsausflug auf dem See ums Eck möchte ich Euch auch nicht vorenthalten:
dick eingepackt auf dem See

dicke, tragende Eisschicht

Eisimpression ohne Schnee

Sonntag, 8. Januar 2012

Wurm

2354 fertige Projekte der Anleitung Wurm gibt es bei Ravelry. Mein Wurm ist damit der 2355zigste. Der Wurm ist eine leicht zu strickende Mütze aus langen, langen rechten Reihen und langen, langen linken Reihen. Zum Glück hatte ich eine Abwandlung in zweifarbig gefunden. Meine Wollwahl ist dann auf Lana Grossa Cool Wool Merino Superfein in schwarz mit grauen Akzentstreifen gefallen. Das Projekt ist wirklich leicht zu stricken. Das doppelte Bündchen finde ich einfach nur genial. 

Doppeltes Bündchen des Wurms



Die erste Schwierigkeit hatte ich bei der Entscheidung wie ich die Akzentfarbe arbeiten sollte. Zunächst hatte ich alle rechten Reihen (die in der Optik hinten liegen) mit grau gestrickt. Das Ergebnis überzeugte mich jedoch nicht.
alle rechte Maschen in grau
Und so ribbelte ich mal wieder und habe nun die letzte rechte Reihe jeweils in schwarz gearbeitet. Darauf hätte ich durch Durchlesen der Projektnotizen in Ravelry auch eher kommen können.
So sieht die Mütze nun fertig aus und ich bin damit sehr zufrieden. Nun folgt noch der Praxistest und keine Wäsche, da die Mütze beim Waschen laut einiger Ravelry-Nutzern ihre Struktur verliert.

Wurm in schwarz mit grau
Die Anleitung ist übrigens von Katushika und ist über Ravelry bzw. bei umschlagplatz.at kostenfrei herunterladbar. Mein Projekt findet Ihr bei Ravelry hier.