Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Melissa J. Goodale werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Melissa J. Goodale werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 17. Juni 2012

Fazit: Counterpart


Design:
Der Counterpart ist in der Knitscene Fall 2011 veröffentlicht und stammt von Melissa J. Goodale. Das Design ist schlicht und hat doch einen netten Blickfang. Die besondere Form des Kragens lenkt den Blick auf die Schulterpartie und bildet damit einen guten Ausgleich zu breiteren Hüften. Der Pullover kommt ohne Nähte aus und wird in Runden von oben nach unten gestrickt. Ich könnte ihn mir auch gut als kurzärmlige Variante vorstellen (siehe Bild von Counterpart – Teil 2). Größtenteils wird der Pullover glatt rechts gestrickt. Durch das Stricken in Runden ist er damit prädestiniert für Linke-Maschen-Hasser(innen).
Counterfort Pullover
Schwierigkeiten:
Meine Probleme bei dem Stricken der Kragenmotive kamen daher, dass ich die Zunahmen anders verstanden hatten. Eine Strickerin im Stricktreff Bremen hat mich dann aufgeklärt: es war NICHT gemeint, dass ich aus einer Masche eine zweite Masche heraus stricken sollte, sondern ich sollte die Zunahmen aus dem Querfaden arbeiten. Mit meiner Lesart kam ich beim Auszählen der Strickschrift nie auf einen grünen Zweig, aber dank Chras Hilfe habe ich nun verstanden, warum keine andere Strickerin des Counterparts gemuckt hat. Ich allein war die Dumme. Wieder was gelernt. Das habe ich natürlich auch in meinen Ravelry-Projektnotizen vermerkt. Es ist echt toll, dass es solche Stricktreffs gibt. Stricken, quatschen, sich gegenseitig unterstützen: einfach toll!
Garn:
Lana Grossa Linea Pura Flora in oliv – Farbnummer 17, Lauflänge: 140m/50g, 60% Öko-Baumwolle, 40% Öko-Soja
Anfangs hatte ich ja etwas Stress mit dem Garn, weil ich ständig in das Garn reingestochen habe. Mittlerweile komme ich damit aber sehr gut aus. Es rutscht gut über den Finger, hat ein glattes, klares Maschenbild und einen leichten Glanz. Was mich allerdings nach wie vor stört: in einigen Knäueln waren Knoten drin, weil scheinbar der Faden unterbrochen war. Diese Knoten mag ich beim Stricken nur gar nicht. Und manchmal habe ich sie an so undankbaren Stellen zum Fadenwechsel entdeckt, das ich sie mitgestrickt habe. Ich hoffe, dass sich das nicht noch rächt. Diese Knoten sind allerdings ein guter Grund keine weitere Wolle der Reihe Flora zu kaufen. Da sie ausgelaufen ist, stellt sich die Frage aber ohnehin nicht mehr.
Verbrauch:
517 g bei einer Maschenzahl der Anleitung folgend von 39 ¼’’ (das passte dann gut zu meiner Maschenprobe und meinen benötigten Maßen) und kleineren Änderungen

Nadelstärke: 3,0mm

Änderungen:
Ich habe ein paar zusätzliche Maschen für mehr Platz für Oberweite zugenommen – Zunahmen an den Seitenmaschenmarkierern und diese Maschen dann später wieder abgenommen. Die Taille habe ich mehr nach Gutdünken bzw. nach Anproben gearbeitet. Hier zeigt sich der Riesenvorteil von nahtlosen Strickpullovern, die von oben nach unten gearbeitet werden. Für die Hüfte habe ich schließlich auch wieder ein paar Maschen mehr zugenommen. Immer am Gefühl und meiner Figur entlang. Schließlich habe ich mir ein paar Extrazentimeter in der Länge gegönnt. Wenn Pullover zu knapp sitzen, dann zupfe ich nur den ganzen Tag daran herum.

Ärmellänge:
Wie bereits erwähnt, wäre der Pullover auch als T-Shirt sehr nett. Da ich aber genug Garn hatte/habe, durften an diesen Pullover ruhig wie in der Anleitung vorgesehen lange Ärmel. Die Ärmel waren bei der Anprobe zwischendurch genau richtig. Nun sind sie recht eng. Sehr merkwürdig. Da waren diese komischen Kalorientierchen wohl am Werk, die nachts die Kleidung enger nähen. Am Bauch merke ich das auch. Ich werde wohl das Grillen reduzieren (zum Glück ist es wieder kälter geworden), damit den Kalorientierchen die Nahrung ausgeht.
Als erste Gegenmaßnahme habe ich nun den Pullover waschen. Er ist wie die Maschenprobe in die Breite gewachsen. Nach dem Waschen: stark in die Breite gewachsen und nach der 2. Wäsche in der Länge (vor allem an den Ärmeln etwas kürzer).

Zum Nachlesen:
Blogeintrag vom 4.5.2012: Counterpart Teil 1
Blogeintrag vom 14.5.2012: Counterfort Teil 2

Freitag, 4. Mai 2012

Counterpart 1: Ich werde doch noch bis 12 zählen können...

Zahlen, Rechnen und Mathe bereiten mir üblicherweise keine Schwierigkeiten. Hier meine Rechenaufgabe des Tages:

Man nehme eine Anleitung, bei der 112 Maschen aufgenommen werden sollen und 2-rechts-2-links Rippen gestrickt werden sollen. Kein Problem, oder?

Nun stricke man für die nächsten Reihen ein Muster mit 8-Maschen-Wiederholungen. 112:8=14mal das Muster. Auch kein Problem.

Darauf folgt ein Mustersatz mit 12 Maschen, bei denen in der ersten Reihe 4 Zunahmen erfolgen sollen.
112:12=9,333333 - na super, wie soll das denn aussehen? Das passt ja so gar nichts ins Bild der Anleitung, wo die Mustersätze so schön in Reih- und Glied angeordnet sind. Das geht gar nicht.
Beim Stricken komme ich zwangsläufig ans Rundenende der ersten Reihe und habe ein paar Maschen über bzw. es fehlen mir ein paar Maschen, damit ich im Anschluss an die Reihe 1 des Mustersatz 2 168 Maschen habe.

168 Maschen? *denk* *denk* also: 14 Wiederholungen * 12Maschen = 168Maschen

Also müssen die 4 Maschenzunahmen 14 mal gearbeitet werden: 14 * 4 = 56 und 112 + 56 =  168 Maschen. Der 12 Maschensatz bezieht sich also auf die 2. Reihe des 2. Charts und muss genau über den 8er Maschensatz des 1. Charts passen. Okay. Also mal das ganze graphisch:


Wie Sie sehen, sehen Sie nichts.
Okay, man sieht doch was. Also: die erste Reihe des Charts sollte man einfach vergessen... In grün habe ich mal rumgemalt, wie die Maschen der ersten und der zweiten Reihe übereinander passen vor lauter Zu- und Abnahmen.

Dann fehlen für den 12-Maschen-Satz der zweiten Reihe noch die türkisen Maschen. Und die braunen? Die brauch ich nicht. Hätte man die nicht farblich als "nicht zu stricken" kennzeichnen können wie es auch bei Lace-Tüchern üblich ist?

Ganz ehrlich: in der Anleitung finde ich nichts dazu. Ich finde auch kein Errata und keine Kommentare bei anderen Ravelry-Projekten. Sollte ich der einzige Depp auf dieser Welt sein? Oder liegt es an meiner Online-Knitscene-Ausgabe, die vielleicht unkorrigiert veröffentlicht wurde?
Fragen über Fragen.

So sah jedenfalls mein missglückter Versuch aus den Kragen stumpf nach Anleitung zu stricken:

Das erste Chart sieht ja ganz gut aus, aber was man nicht sieht, ist, dass das zweite Chart so gar nicht den schrägen Linie der ersten Chartreihe folgt sondern kreuz und quer verteilt ist...

Nun tausche ich die erste Reihe komplett gegen meine Strickschrift aus. Oder muss ich es doch nur anders lesen? Beim Chart Nummer 3 erwartet mich übrigens ein ähnliches Problem. Das habe ich schon vorherberechnet, damit ich nicht wieder umsonst eine Reihe stricke um sie hinterher zurückzustricken.

Kragen... Ach ja: ich habe Euch ja noch gar nicht erzählt, was das wird!
Es wird ein... *ta-ta-ta-ta* grasgrüner Pullover nach der Counterfort-Anleitung von Melissa J. Goodale aus der Knitscene Fall 2011 (ja, die Online-Ausgabe).
Als Garn verwende ich dafür die Lana Grossa Linea Pura Flora in oliv aus 60% Öko-Baumwolle und 40% Öko-Soja. Ist ja Linea Pura, alles klar?

Statt wie mit der vorgeschlagenen Wolle (114m/50g) hat die Flora 110m/50g. Ich arbeite sie daher mit 1-2 Nadelstärken kleiner (3mm), da ich ja eh ein lockerer Stricker bin. Dennoch komme ich auf die Maschenprobe mit 20 Maschen statt mit 23 Maschen wie in der Anleitung angegeben.

Da meine nötige Größe sich zwischen 39 1/4'' und 43 1/4'' befindet, arbeite ich nun erst mal nach der 39 1/4''-Größe und passe das ganze hier und da an. Die Waschung der Maschenprobe hat keine nennenswerte Änderung der Größe ergeben.

Der Pullover wird also vom Kragen an in einem Stück (bis auf die Ärmel - die Ärmelmaschen werden zwischenzeitlich stillgelegt) gestrickt. Damit kann ich den Pullover also immer wieder am lebenden Objekt (mich) überprüfen und die Passform anpassen.

Wenn Ihr neugierig sein solltet, was für einen Pullover ich stricken will, könnt Ihr ja auf eine dieser Seiten mal reingucken.
Counterforunt-Ravelry-Pattern-Seite
Knitscene-Fall-2011: Counterfort Pullover

Der Pullover hat einen auffälligen Schulterbereich (Yoke) und ist sonst glatt rechts gestrickt. Das soll von den Hüften ablenken und den Blick nach oben lenken.
Ich kämpfe übrigens etwas mit dem Garn. Fester kann ich das Garn nicht stricken, sonst quietscht es auf den Nadeln. Manchmal steche ich auch mitten in das Garn hinein und spelze es so. Gar nicht gut. Dafür ist es wohl aufgrund seiner Materialien ein ideales Sommergarn.