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Dienstag, 5. Juni 2012

Sonnenschein


Der Sunshine-Strampler ist fertig und soll Teil eines Taufgeschenks sein. Ich habe ihn in der Größe 80/86 gearbeitet. Zu meinem Ravelry-Projekteintrag geht es hier entlang.

Für mich war der provisorische Anschlag neu. Dieser wurde verwendet, um die Bündchen in der Kontrastfarbe später anzustricken. Mir gefällt der Strampler sehr gut und ich hoffe es geht den Eltern und vor allem dem Täufling genauso. Das Stricken ging ganz locker von der Hand, für die Fertigstellung habe ich aber fast so lange gebraucht wie für das eigentliche Stricken: Knopfleisten an den Seiten und im Schritt stricken, Bündchen anstricken und ganz viele Knöpfe sehr, sehr fest annähen (ist ja für ein Baby) und dazu noch das ganze zusammennähen und die Fadenvernäherei… Ach: und die kleine Tasche arbeiten und aufnähen. Ich habe sie an 4 Seiten angenäht, so dass es nun eine Attrappe ist. Diese ganze Fertigstellungsarbeit war zwar nervig, aber der Strampler hat dadurch sehr gewonnen. Die Mühe lohnt sich also!

Sunshine-Strampler, Verena Herbst 2011
Die Größe passt 100% zu der Schnittzeichnung, auch wenn es riesig aussieht. Hier ist richtig viel Platz für die Windel und für Bewegung. Durch die kurzen Beine des Stramplers wirkt dieser zusätzlich gedrungen und extrabreit.

Zusammenfassung:
Jungshans Wolle Cotton-Plus, weiß (210021): 155g
Lana Grossa Merino superfein, gelb (419):38g
Nadelstärke: 2,5mm

Mein Mann hatte den Papa gefragt, welche Größe die Kleine gerade trägt, weil ich was stricken wollen würde. Die Antwort kam per SMS ein paar Tage später: 74/80 und eine Herbststrickjacke etwas größer wäre super toll. Muss ich Euch noch sagen, dass ich nun eine Herbstjacke angeschlagen habe?

Mein Counterpartpullover ist übrigens fertig. Mir fehlen nur noch die richtigen Fotos, um Euch das Ergebnis zeigen zu können. Habt Geduld!

Dienstag, 22. Mai 2012

Die verstrickte Dienstagsfrage 21/2012 - Maschenprobe


Das Wollschaf fragt heute:
Wie haltet ihr es denn eigentlich mit der Maschenprobe? Strickt ihr brav vor jedem Projekt eine Maschenprobe? Und wascht und spannt ihr die dann auch? Oder verzichtet ihr auf Maschenproben und strickt drauf los (in der Meinung, es wird schon irgendwie hinkommen)?
Vielen Dank an Connie für die heutige Frage!

Bei Socken, Tüchern, Schals und Co. mache ich normalerweise keine Maschenprobe. Nach den ersten Zentimetern überprüfe ich, ob das Maschenbild mir gefällt und das ist es dann auch schon. Je nach Garnstärke und gewünschtem Maschenbild variiere ich die Nadelstärke. Bei Socken weiß ich mittlerweile einfach, welche Maschenanzahl ich dann am Schaft etc. je nach Nadelstärke brauche. Die Anfänge haben mich jedoch einige recht enge Socken beschert, die nun angezogen werden, wenn ich weiß, dass ich die Socken nicht mehrmals am Tag an- und ausziehen werden (z.B. also nicht zu einer Yogastunde).

Für alle größeren oder spezielleren Strickprojekte mache ich Maschenproben. Z.B. für den Babystrampler, den ich gerade als Taufgeschenk stricke. Eigentlich wollte ich aus dem Garn ein ganz anderes Modell stricken, aber das gefiel mir dann doch nicht mehr so gut: keine Knopfleiste am Schritt zum schnellen Windelwechsel etc. Besonders süß fand ich jedoch die Stickereien mit den Margeritenstickereien. Also suchte ich mir ein anderes Modell heraus und wollte dies dann statt glatt rechts mit eben diesem Margeritenstickmuster versehen. Vorsichtig wie ich mittlerweile bin, fertigte ich eine Maschenprobe an. Das Ergebnis: weiße Margeriten auf weißem Grund gefielen mir dann doch nicht so sehr. Mein Mann schlug vor, die Margeriten in einer anderen Farben aufzusticken. Dies probierte ich an anderer Stelle der Maschenprobe aus - mit zwei unterschiedlichen Restgarnen. Gleich viel besser, aber ist das auch babytauglich? Schließlich entschied ich, dass die aufgestickten Margeriten, wenn ich sie babytauglich fest versticken würde, nicht schön aussehen würden und Stickereien, die Babyfinger schnell mal zum Spielen nehmen könnten, wollte ich nicht verwenden. Also zurück auf Start. 

Maschenprobe für Margeritenmuster
Hätte ich einfach drauflos gestrickt, wäre wohl ein untragbarer Strampler entstanden…Nun halte ich mich doch an die Anleitung und stricke den Sunshine-Strampler (Verena Herbst 2011) wie in der Anleitung angegeben. Er hat übrigens kurze Beine.

Rückteil des Sunshinestramplers
Ich bin von der Größe bei Babykleidung immer wieder überrascht, aber es passt 100% zu den Größenangaben in der Schnittzeichnung. Ich stricke den Strampler bewusst eine Nummer zu groß in 80/86, damit die Kleine nicht zu schnell rauswächst oder wohlmöglich zur Taufe schon nicht mehr reinpasst.

Das Garn ist Junghans Wolle Cotton-Plus in weiß. Als Kontrastgarn haben wir uns schließlich für das satte Gelb der Lana Grossa Merino Superfein entschieden. Dies Garn ist nicht nur optisch, sondern auch vom Anfühlen her ein einziger Kontrast: während die Baumwolle recht hart ist (und dafür diesen edlen Baumwollglanz hat), ist die Merinowolle wirklich superweich. Da die Merionwolle aber nur an den Bündchen, Nähten und bei der Applikation der Tasche zum Einsatz kommt, wird das aber nicht so schlimm sein.

Der wollladen meines Vertrauens hatte gelbe herzförmige Knöpfe da und so steht der baldigen Fertigstellung nur mein paralelles Pulliprojekt im Wege.

Zurück zur Frage...
Bei Pullovern etc. will ich einfach vorher sehen, wie sich der Pullover nach dem Waschen und Spannen anfühlt bzw. wie er aussieht. Von den Schlussfolgerungen für die Passform ganz zu schweigen. Jetzt habe ich ja auch gerade ein Garn für einen Pullover auf den Nadeln, das ich eigentlich für einen ganz anderen Pullover verwenden wollte. Die ursprünglich angedachte Anleitung passte aber einfach nicht zum Garn – oder umgekehrt. Warum also erst mal X-Hundert Maschen aufnehmen, drauflos stricken und dann wieder ribbeln, wenn man auch erst mal 40 Maschen für eine gescheite Maschenprobe aufnehmen kann. Zudem man so bei komplizierten Mustern auch gleich das Muster mit den möglichen Fehlerquellen kennenlernt.