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Donnerstag, 3. November 2011

Nein, ich bin noch nicht müde!


Gestern habe ich an dem Loop im Korbflechtmuster weitergearbeitet und das 4. Knäuel Lana Grossa Alta Moda Seta größtenteils verstrickt. Ich habe abgekettet, die Kanten miteinander verbunden und so sieht er nun aus:
Loop im Korbflechtmuster
Vielleicht könnt Ihr hier die Farbe auch besser erkennen als im letzten Beitrag. Ich werde, wenn der Loop komplett fertig ist, mal ein Foto bei Tageslicht machen und hochladen. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Das wird wohl ein neues Lieblingsteil. Noch habe ich nicht die obere und untere Kante mit Krebsmaschen umhäkelt.
einfach Abschlusskante

Statt zu häkeln, habe ich nun begonnen das Garn von Zauberwiese "Zauberhaft" zu wickeln.
Zauberwiese "Zauberhaft"
Beim letzten Mal hatte es zu einem Desaster geführt. Ich hatte es für den Laceschal für Oma nicht gleich richtig gemacht und 2 Wochen im Anschluss an den ersten Wickelversuch die Schappeseide entknotet und richtig gewickelt.
Diesmal sollte es mir nicht passieren und so habe ich mich in eine Art Schneidersitz gesetzt und den Strang um meine Knie gespannt. Ein ganzes Stück (so 1 Stunde lang) ging es auch gut. Aber dann wurde ich eilig, schob das Garn nicht immer wieder zu recht und das ist dabei rausgekommen:
Wollwirrwarr

Es sieht schlimmer aus, als es in Wirklichkeit ist. Es wurmt mich aber natürlich tierisch. Also entknotete und entknotete ich. Allmählich wurde es Schlafenszeit. Ich entknotete und wickelte weiter. 20 Minuten später bin ich noch hellwach ins Bett gegangen mit dem Gedanken "Wenn ich nicht einschlafen kann, dann gehe ich zurück zur Wolle und wickel weiter". Kaum lag ich im Bett und das Licht war ausgeschaltet, gähnte ich herzhaft und schlief ein...

Was war nun stärker? Die Stricksucht oder die Wirkung des Yoga-Frühaufsteherkurs?

Mittwoch, 2. November 2011

Yoga und Stricken - mein persönlicher Vergleich

Die Projektmanagerin brachte mich am Montag beim Bremer Stricktreff auf die Idee zu diesem Post. Vielleicht lag es daran, dass ich so über Yoga geschwärmt habe. ;-) Hier also mein persönlicher Vergleich von Yoga und Stricken:

Entspannung
Stricken entspannt. Meistens jedenfalls. Ausnahmen sind wohl die Momente, wenn ich gebeugt über einem Chart hänge und mich frage, wie das alles funktionieren soll. Oder wenn das Gestrickte nicht so aussieht, wie es aussehen sollte. Aber meistens, meistens entspannt es.
Yoga hingegen entspannt mich immer, wenn die Voraussetzungen stimmen.
Meine persönlichen Entspannungsvoraussetzungen sind:
a)guter Yogalehrer
b)angenehme Raumatmosphäre. Bei der richtigen Umgebung kann ich auch ohne Yogalehrer richtig konzentriert Yoga üben und in eine tiefe Entspannung gleiten.
Zu schlechten Yogalehrern gehe ich nicht mehr. Und wenn die Raumatmosphäre nicht stimmt, dann übe ich kein Yoga. Also: Yoga entspannt mich immer.
Schultern
Bei besagter Körperhaltung (verkrampft über dem Chart hängend) oder auch stundenlangem Stricken können sich meine Schultern schon mal verspannen. Das passiert mir beim Yoga nie. Nach dem Yoga macht sich gelegentlich ein wohliges Muskelvibrieren breit bzw. folgt kurze Zeit später ein leichter Muskelkater. Im allgemeinen ist meine Muskulatur (und mein gesamter Körper) nach dem Yoga wunderbar entspannt. Wie frisch geschlüpft. Wenn ich mich an das beim Yoga Gelernte halte, dann verspanne ich mich aber auch nie beim Stricken.
 
Suchtfaktor
Stricken macht süchtig. Ihr kennt es alle: "Ja, ich komme gleich. Nur noch diese eine Reihe!"
Und Yoga? Yoga macht auch süchtig. Wenn die Wirkung von Yoga einsetzt, dann beginnt es. Der Körper schreit förmlich danach: "Mach den Sonnengruß! Oh, noch eine Runde Wechselatmung! Bitte!"

Gefühl
Yoga verbessert das Körpergefühl. Stricken verbessert das Gefühl für Materialien.
 
Zeitaufwand
Das hängt von den Zielen und Launen ab. Es reicht mir in der Regel einmal wöchentlich Yoga konzentriert auf der Yogamatte zu praktizieren. Oft mache ich auch Yoga zwischendurch, in dem ich meine Haltung überprüfe und korrigiere oder Atemübungen beim Fahrradfahren auf dem Arbeitsweg praktiziere. Yoga ist eine Haltung und geht damit immer.
Der Zeitaufwand beim Stricken hängt natürlich ganz stark vom gewünschten Ergebnis und von den Gelegenheiten ab. Zählt Stricken beim Bahnfahren als Zeitaufwand? Ich finde nicht. Beim Fahrradfahren kann ich nicht stricken. Dafür kann ich beim Fernsehen nicht wirklich Yoga üben.
Kosten
Was sind schon eine günstige Yogamatte, insgesamt 4 Yogahosen und einige dicke Socken gegen die Investitionen in den Wollvorrat, die guten Nadeln etc.?
Dafür war mein Strickunterricht (by Oma) kostenfrei. Yogakurse sind aber auch nicht sehr kostenintensiv und werden teilweise von den Krankenkassen übernommen.
 
Tradition
In meiner Familie gibt es zwar eine Stricktradition, aber keine Yogatradition.

Schlaflose Nächte
... gibt es dank Yoga nur äußerst selten.
... sind strickend sehr produktiv.
Wirkungen
Beständiges Stricken führt zu einer Zunahme von gestrickten Kleidungsstücken.
Yoga führt bei mir zu
  • einem verbesserten Stoffwechsel und damit weniger Körpergewicht
  • der Möglichkeit ohne Ohrenschmerzen Flugzeuglandungen zu überstehen
  • einer verbesserten Hormonlage
  • mehr Beweglichkeit
  • mehr Wohlgefühl
  • warmen Händen und Füßen auch ohne dicke Socken
Wirkungen auf das Umfeld
Es ist schon gewöhnungsbedürftig, wenn ich im Wohnzimmer beim Schulterstand entspannen möchte, während mein Mann vielleicht gerade fernsieht. Mich stört so der Fernseher und mein Mann schaut dann ständig zu mir statt zum Fernseher. Das ist also eine schlechte Idee. Auf der anderen Seite gibt es auch den Vorwurf, dass ich nicht richtig zuhören würde, wenn ich gerade stricke. Diesen Vorwurf kann ich nicht immer zurückweisen. Es hängt vom Strickprojekt ab, ob dies so stimmt. Auf der anderen Seite bin ich sowohl beim Yoga als auch beim Stricken friedlich und grundsätzlich wohlgesonnen. Es entspannt mich beides und so kann ich auch entspannter den Herausforderungen des Alltags entgegensehen.
 
Fazit
Warum sollte ich mich zwischen Yoga und Stricken entscheiden, wo ich doch beides machen kann?

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Endlich wieder Yoga


Heute war die 1. Yoga-für-Frühaufsteher(innen)-Stunde des Kurses! Nach etwas schwerfälligem aus-dem-Bett-Kommen, war ich froh, endlich mal wieder im Yogazentrum zu sein. Die Stunde war toll. Da es nur 45 Minuten sind, gab es leider keine expliziten Atemübungen, die ich ja so liebe. Dafür aber die gewohnten Aufwärm- und Entspannungsübungen und natürlich den Sonnengruß. Es tut so gut, wieder den Sonnengruß zu üben. Wenn ich bedenke, dass der Sonnengruß vor 2 Jahren noch meine größte Herausforderung war. Unglaublich!
Auf dem Weg vom Yogazentrum zur Arbeit habe ich dann richtig gemerkt, wie mein Schulterbereich weiter, weicher und lockerer geworden ist. Und: meine Hände und Füße glühen richtig.
 Fazit: Yoga ist toll!

Dienstag, 25. Oktober 2011

Die verstrickte Dienstagsfrage 43/2011: Ticks beim Stricken?

Beim Wollschaf gibt es diese Woche folgende Frage (hier in der Kurzfassung):
Habt Ihr auch so Ticks beim Stricken? [...]So, und nun Ihr – seid Ihr auch ein bisschen "speziell"?

Ticks? Ich? Niemals! *lach* Ich stricke fast immer mit Holzrundnadeln - am liebsten Knitpro-Holznadelspitzen. Die Nadeln nehmen so schön die Körpertemperatur an und klappern nicht wie wild. A propos: wenn ich mit zwei Rundstricknadeln gleichzeitig stricke, versuche ich immer die beiden stillgelegten Nadelspitzen möglichst wenig aneinander klappern zu lassen. Ruhig ist es mir einfach lieber.

Ich kann und mag überall stricken. Am liebsten auf dem Yogakissen sitzend oder auf dem Sofa mit den Füßen auf dem Couchtisch.

Lana Grossa Cool Wool

Was ich nicht mag ist, wenn mein Mann sich dann ganz bewusst seeeehr dicht an mich setzt. Am besten noch auf die Wolle...Er mag es dafür umso lieber...

Aber ganz ehrlich: in der richtigen Körperhaltung kann ich stundenlang stricken. Dann brauche ich auch keine Ablenkung. Nur die Nadeln und Wolle.

Sonntag, 16. Oktober 2011

Vom unentspannten buddhistischen Bahnfahrer

Ich hätte nie gedacht, dass ich so was mal erleben würde: Auf unserer total entspannten Bahnfahrt von Berlin nach Hause, saß ich nach dem Umsteigen im Zug in Hannover. Der Zug stand noch im Bahnhof. Einem Sonntagnachmittag entsprechend war der Zug voll. Einige Bahnfahrer kamen nicht sofort zu ihrem reservierten Platz. Da stieg ein weiterer Fahrgast ein und fing an zu pöbeln: "Die Bahn verkauft mehr Ticket als Plätze! Sie können hier nicht durch! Das sehen Sie doch!" Das ganze lautstark und mit einem schlecht sitzendem Anzug bekleidet.

Kurz später war der Stau im Zug aufgelöst und jeder war an seinem Platz angekommen. Mein Mann und ich saßen mit 4 weiteren netten Reisenden in einem Abteil. Da kam aus dem Großraumabteil besagter Fahrgast und fing an zu telefonieren - erneut in einer nicht zu überhörenden Lautstärke. "Wie fandest du die Meditation heute?" "Ja, schön." "Ich habe heute früh auch schon meditiert."

Wir erfuhren während des Telefongespräches einiges, was wir nicht wissen wollten. So war er z.B. vor 15 Jahren bereits in Indien, um sich selbst zu finden. Er scheint Yoga- oder Meditationkurse zu geben. Ja, ich weiß, nur weil man z.B. Yogalehrer ist, muss man nicht ständig tiefenentspannt sein. Aber dieser Mann war soweit weg von einer Grundentspannung, dass er mir einfach nur Leid tat. Da meditiert er schon halbwegs regelmäßig und ist immer noch so aufbrausend und unentspannt. Armes Menschenkind!

Wir waren so froh, als er endlich das Telefongespräch beendete und wir weiter dösen und entspannen konnten. Ich strickte übrigens gerade an den beiden Ärmeln für Lepidoptera. Beide gleichzeitig auf zwei Paar Rundstricknadeln.

Ich wünsche Euch einen entspannten Restsonntag!

Übrigens findet Ihr hier einen super Blogeintrag über unterschiedliche Einstellungen bei Zugverspätungen