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Montag, 31. Oktober 2011

Stricken für Unkonzentrierte

Gestern Abend wurde mir bewusst, dass ich gerade nur Projekte auf den Nadeln habe, die Konzentration erfordern. Entweder weil das Muster ein Zählmuster ist oder weil ich immer wieder Zu- oder Abnahmen arbeiten muss, um z.B. die Armkugel für die Lepidoptera zu arbeiten. Das einzige Projekt ohne viel Zählerei bzw. Messerei wäre das Zauberteil, aber die schwarze Silkhairwolle lässt sich im schummrigen Licht beim Stricktreff schlecht arbeiten. Also musste ein neues Projekt her.

Ein Blick in meine Ravelry-Queue und ich konnte anschlagen: einen Loop im Korbflechtmuster aus der Filati Catwalk Herbst/Winter 2010. Hier findet Ihr den Ravelrylink. Gearbeitet ist der Loop aus Lana Grossa Alta Moda Seda. Die Wolle konnte ich günstig erstehen. Allerdings riecht sie etwas nach Farbe. Ich freue mich also schon jetzt auf die Handwäsche, wenn der Schal fertig ist. Dafür entschädigt die Garnstruktur:

Lana Grossa Alta Moda Seta - Farbe 001-petrol
Das Garn fühlt sich gut an. Die Zusammensetzung ist: 60% Schurwolle, 30% Seide und 10% Polyamid. Bei einer Lauflänge von 60m pro 50g bedarf es natürlich eine hohe Nadelstärke. Ich habe wie in der Anleitung vermerkt die Nadelspitzen in Nadelstärke 8mm aufgezogen und gestern Abend fast das erste Knäuel verstrickt:
Loop im Korbflechtmuster - die ersten cm
Beim Lesen "2. Masche hinter der 1. Masche vorbei..." dachte ich noch, dass es kompliziert bzw. frickelig werde könnte. Es ist aber sehr entspannt und ich muss immer wieder nur bis zwei zählen. Das gelingt mir selbst beim Stricktreff ohne weiteres.

Das bisherige Ergebnis gefällt mir sehr. Ich werde immer mehr Fan von dicken Garnen für Winteraccessoires.

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Maschenprobe mit Intarsientechnik und Knitpro Cubics

Gestern juckte es mich so sehr in den Fingern, dass ich sofort die Knitpro Cubics ausprobieren musste. Das war gleichzeitig eine gute Gelegenheit, um aus Lana Grossa Cool Wool Wollresten eine Maschenprobe anzufertigen. Es wurde eine Maschenprobe mit Intarsientechnik, d.h. etwas völlig neues für mich. Ich habe die Maschenprobe noch nicht gespannt, aber seht selbst:
 
 
Okay, etwas überbelichtet. Nochmal in einem anderen Kameramodus sieht man die Nadelspitze besser: Die Farbe der Garne ist irgendwo genau zwischen den beiden Bildern. Das ist der Nachteil von Kunstlicht: es zeigt ja doch nicht, wie die Farben wirklich sind.
Das Maschenbild ist schön gleichmässig geworden, dabei habe ich die Spitzen (wegen Verfügbarkeit) in Stärke 4,0 genommen. Es ist gleichmässiger als bei der Babyjacke, die ich mit herkömmlichen Nadelspitzen in Stärke 3,5 gestrickt habe. Also muss ich wohl bei den Cubics eine Nadelstärke mehr als üblich verwenden. Die Nadeln liegen gut in der Hand und das Stricken war flüssig - bis auf den Teil mit den Intarsien.

Hier seht Ihr die Rückseite. Da es ja eine Maschenprobe ist und ich evtl. die Wolle noch verarbeiten werde, habe ich die Fäden nicht vernäht. Das Ergebnis gefällt mir jedoch bis auf ein paar Mängel in der Anleitung. So gefällt mir z.B. nicht, wie sich die Maschenprobe wegen der kraus rechts gestrickten Ränder wölbt. Das will ich noch überdenken.
 

Die Erklärung für die Intarsientechnik habe ich übrigens aus dem Buch "Das große Strickbuch" von Katharina Buss. Super gut erklärt!

Dienstag, 11. Oktober 2011

Locker stricken?


In den letzten Jahren scheint mir das "Lockerstricken" richtig in Mode gekommen zu sein. Damit meine ich nicht (oder nicht nur) die Tatsache, dass Nadelstärken und Maschenproben von einigen Herstellern oft in einem Bereich angegeben werden, der vor zwanzig Jahren als utopisch oder lächerlich bezeichnet worden wäre. Dies ist ein anderes Thema.
Viel mehr geht es um andere Dinge: Einige Garne, insbesondere sog. Designer-Garne, sind bei genauer Betrachtung nur für Lockerstricker wirklich geeignet – nicht nur Feststricker, sondern auch Normalstricker haben einfach keine Chance, damit umzugehen; viele (immer mehr?) Modelle sind ebenfalls nur für Lockerstricker umsetzbar und gewollt lasch; fertiges Gestrick hängt durchscheinend an Schaufensterpuppen. Viele Strickerinnen, schaut man in Blogs nach ihren Werken, scheinen das Lockerstricken zu begrüßen und gern einzusetzen.
Mich würde interessieren, was am Lockerstricken und am lockeren Gestrick für sie so reizvoll ist. Ist es das Materialersparnis? Gefällt den Lockerstrickern das lichtdurchlässige, im Maschenbild oft weniger regelmäßige Ergebnis etwa wirklich? Und warum?
Was ist dran, am Lockerstricken?
Vielen Dank an Martine für die heutige Frage!


Nun ja, ich habe ein paar Socken, dass ich so fest gestrickt habe, dass ich es kaum angezogen bekomme. Mit einer gescheiten Maschenprobe wäre das aber nicht passiert. Ich muss sagen, dass ich eigentlich recht "offen" stricke, also nicht soooo fest, dass man mit Müh und Not nur an die Maschen zum Abheben kommt. Das macht mir auch keinen Spaß. Oft benutze ich deswegen aber auch die Nadeln 1-2 Nummern kleiner als auf der Banderole angegeben.

Lace zu verstricken ist ja manchmal so ein richtiger Fall fürs Lockerstricken. Um ehrlich zu sein: kaum war mein Blätterschal fertig, hatte er auch schon die erste Macke: ganz galant in der Fahrradklingel verhakt. Wäre der Schal fest gestrickt, wäre es nicht passiert. Bei diesem Lochmuster blieb es aber einfach nicht aus.

Ich habe deswegen nicht so rechte Lust wieder "richtig Lace" zu stricken. Deswegen stricke ich gerade ja mit Lacegarnen und dünnen Nadeln... So können nicht so schnell solche Unfälle passieren.

Die superdicken Garne hingegen finde ich auch reizvoll. So kann man schnell tolle Winterschals und ähnliches stricken. Aber auch da: manchmal darf es dann ruhig eine Nadelstärke kleiner sein. Wie z.B. bei der am Wochenende gestrickten Mütze.